• René Franz

Wurmkompost – die platzsparende Kompostiermethode

Viele werden wahrscheinlich schon von der normalen Kompostierung im Garten gehört haben. Heute möchte ich euch eine Kompostierungsmethode vorstellen, die so garkeinen großen Haufen im Garten braucht und deshalb auch in der Stadt sehr platzsparend möglich ist.

Bei der Wurmkompostierung nutzt man Kompostwürmer der Art Eisenia fetida, also keine normalen Regenwürmer, da diese den Kompost nicht so schnell umsetzen. Das tolle beim Wurmkompost ist, dass er wesentlich schnellere Verarbeitungszeiten hat, als ein normaler Kompost. Innerhalb von 3 Wochen kann man einen gut gepflegten Wurmkompost in der Regel ernten und in der Zwischenzeit immer von oben neuen Grünschnitt oder Küchenabfälle obenauf geben. Er eignet sich also sowohl für Gärten mit Platzmangel oder Zeitdruck, als auch für Wohnungen.


Für Gärten gibt es spezielle Anwendungsmöglichkeiten, um große Mengen organische Masse zu verkompostieren, zum Beispiel in Badewannen oder anderen großen Behältern. In der Wohnung kommen Wurmkisten in verschiedenen Ausführungen zum Einsatz. Ob aus Holz oder Plastik, in modernem Design oder als Hockerkiste. Jeder kann sich ganz nach Einrichtungsgeschmack austoben. Wobei wir als Permies ja eher die regenerative Variante aus Holz bevorzugen ;-).


Ein- und Ausgangsprodukte des Wurmkomposts


Bei beiden Varianten gleich sind die Eingangs- und Ausgangsprodukte des Wurmkomposts. Hineingeben darf man Rohe Pflanzenabfälle, Tee, Kaffee, Zeitungspapier und Bioplastik (z.B. aus Maisstärke). Einige Blogger berichten auch, dass auch Bokashi-Kompost von den Würmern weiter verarbeitet werden kann. Große Mengen Gehölze kann man damit aber nicht kompostieren. Es lohnt sich also eher für Küchenabfälle oder größere Mengen Rasenschnitt. Allerdings sollte man auch immer eine gewisse Menge Zeitungspapier oder Kartonschnipsel vorhalten, falls der Kompost mal zu feucht ist. Mehr dazu später.


Die Ausgangsprodukte sind der so genannte Wurmtee und Wurmhumus. Der Wurmtee ist eine sehr nährstoffreiche Flüssigkeit, die auch immer zwischendurch geerntet werden kann. Oft haben Wurmkisten dafür auch einen Ablass, durch den der überschüssige Wurmtee aufgefangen werden kann. Diesen kann man mit Wasser verdünnt, oder je nach Anwendungsfall auch pur als Flüssigdünger einsetzen. Der fertige Wurmhumus kann als sehr nährstoffreicher Kompost für die Jungpflanzenanzucht aber auch als Dünger für (Hoch-)beete oder Kompoststarter verwendet werden.


Pflege des Wurmkomposts


Bei der Pflege des Wurmkomposts gibt es glücklicherweise kaum etwas zu beachten. Der Biomüll kann einfach obenauf gegeben werden, die Würmer bewegen sich immer zur frischen Nahrung hin und lassen die verdauten Teile im unteren Teil der Wurmkiste zurück. Lediglich die Feuchtigkeit muss regelmäßig kontrolliert werden, auch je nach Biomüll, der gerade hinzugegeben wird.


Die Feuchtigkeit kann man kontrollieren, indem man etwas Wurmkompost in eine Hand nimmt und versucht, die Feuchtigkeit herauszudrücken. Wenn dabei Feuchtigkeitstropfen aus der Hand nach unten fallen, ist der Kompost zu feucht. Trockener bekommt man ihn, indem man die Wurmkiste eine Zeit lang offen stehen lässt und klein geschnittene Kartonschnipsel hineingibt. Ist der Kompost mal zu trocken, kann er durch oberflächliche Wassergabe befeuchtet werden. Am besten machst du das mit einer Sprühflasche.


Der einzige weitere Pflegeaspekt ist die Kontrolle des pH-Wertes. Deshalb sollte nach einigen Monaten eine kalkhaltige Mischung hinzugegeben werden, z.B. Gartenkalk aus dem Gartenmarkt. Ob der pH-Wert zu niedrig ist, kann man natürlich mit einer pH-Wert Messung sehen. Aber auch die übermäßige Anwesenheit von Enchyträen, kleinen weißen Würmern, die den Kompsotwürmern bei ihrer Arbeit helfen, deutet auf einen zu niedrigen pH-Wert hin. Das war es aber auch schon mit der Pflege.


Wenn man in den Urlaub fährt muss man sich erst ab einer Reise von über drei Wochen wirklich Gedanken machen. Nach zwei Wochen sollte in einem solchen Fall nämlich Biomüll hinzugegeben werden, damit die Würmer wieder Nahrung haben. Vor der Abreise sollte jedenfalls eine etwas größere Menge Nahrung hineingegeben werden und der Wurmkomposter an einen kühlen Standort gestellt werden, um Austrocknung zu verhindern.


Die Ernte des Wurmkomposts


Natürlich ist die Ernte des Wurmkomposts auch noch so ein Thema. Wie soll man an die Erde kommen, ohne die Würmer gleich mitzunehmen? Für die Ernte wird oft eine spezielle Erntekiste verwendet, die 1-2 Monate nach dem Ansetzen des Wurmkomposts in die Kiste gegeben wird. Die sehen je nach Wurmkomposter unterschiedlich aus, haben aber die Funktion, die Würmer in die Kiste zu bekommen. Da der Biomüll immer oben aufgelegt wird und die Würmer immer da sind, wo die Nahrung ist, befinden sich die Würmer immer in der entnehmbaren Erntekiste. Der fertige Wurmhumus fällt durch die Erntekiste nach unten in den Wurmkomposter, wo er dann einfach entnommen werden kann. Die Erntekiste wird im Anschluss wieder in den Wurmkomposter geleert und der Kreislauf beginnt von neuem.



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