Wie du mit kleinen Schritten in deine Permakultur startest

Aktualisiert: Nov 16

Eine Anleitung für Einsteiger


Vielleicht kennst du das ja? Du bist in das Thema Permakultur eingestiegen, vielleicht sogar über eine Facebook-Gruppe, und wirst mit Begriffen, Methoden und Techniken zugeworfen? Keine Sorge, so ging es mir auch, als ich 2018 in die Permakultur eingestiegen bin. In der Permakultur gibt es so viele Methoden und Techniken, dass es nicht nur für mich schwierig, war X von Y zu unterschieden und die wichtigsten Methoden für den Anfang herauszufinden. Um ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen möchte ich dir mit diesem Artikel einige konkrete Tipps mit an die Hand geben, mit denen du Schritt für Schritt, „klein und Langsam“ wie David Holmgren sagt, in die Permakultur einsteigen kannst.


Erstens: Die Bestandsaufnahme.

Wo bist du, was hast du und was willst du eigentlich?!


Bevor wir mit diesem Schritt anfangen können habe ich eine Bitte an dich: Mach mal deinen Kopf leer! Denn der ganze Inhalt zum Thema „Permakultur“ versperrt dir die Sicht auf das, was Permakultur eigentlich ausmacht. Nämlich das bewusste Gestalten von naturnahen Ökosystemen. Sicher sind Techniken wie das Mulchen oder Permakultur-Elemente wie die Kräuterspirale sinnvoll. Aber wenn du zu sehr über Produkte, Methoden und Techniken nachdenkst, verlierst du dich im Wald der Permakultur-Vielfalt. Stell dir für diesen Prozess vor, dass du den Permakultur-Wald wie ein Vogel überfliegst und alle Möglichkeiten mit scharfen Augen überblicken kannst. Bereit? Dann geht es jetzt los!


Für diesen Schritt nimmst du dir am besten ein Blatt Papier oder ein Notizbuch zu Hand und teilst das Blatt in zwei Teile auf. Auf die linke Seite schreibst du, was du schon hast. Dazu gehören zum Beispiel…

  • Land (wie viel m²?)

  • Zeit (wie viele Stunden in der Woche?)

  • Fähigkeiten (Gärtnern, Handwerken, Pflanzen bestimmen, … alles was nützlich sein könnte!)

  • Werkzeuge und Material (z.B. Kompost oder Mulch)

  • Geld

  • Helfende Hände (wie viele? Wie kannst du sie aktivieren?)


Im nächsten Schritt schreibst du auf, was du gerne auf deinem Gelände sehen würdest. Versuche an dieser Stelle nicht zu sehr in „Produkten“ wie einer Schaukel oder einem Sandkasten zu denken. Sieh diese beiden Elemente lieber als Stellvertreter für einen Ort, an dem deine Kinder spielen können. Vermutlich merkst du schon, dass das deinen Blick weitet und deinen Geist für alternative Möglichkeiten öffnet. In diesem Sinne überlege dir, soll dein Grundstück…

  • Ein Ort zum Grillen sein?

  • Ein Ort zum Entspannen sein?

  • Ein Ort sein wo du Gäste empfängst?

oder soll es

  • Dir einen hohen Grad an Selbstversorgung bieten?

  1. Mit Gemüse?

  2. Mit Eiern?

  3. Mit Fleisch?

  • Eine Vielzahl an Insekten anlocken?

Diese Liste lässt sich natürlich noch fortsetzen. Fülle sie mit dem, was sich für dich und die Menschen, die an diesem Fleckchen Erde verweilen werden stimmig anfühlt. Nun hast du eine Auflistung einerseits mit dem was schon bei dir vorhanden ist und andererseits mit dem was du gerne noch verwirklichen möchtest. Nun solltest du dir noch eine Skizze von deinem Gelände zeichnen und alle vorhandenen Strukturen also zum Beispiel Gehölze aber auch Gebäude etc. darauf einzeichnen. Im nächsten Schritt zeige ich dir, wie du diese Informationen zusammenbringen kannst.


Zweitens: Die Analyse. Das was du schon hast und das was du zusammenbringen willst…


Nimm dir für diesen Schritt deine Auflistung und deinen Geländeplan zur Hand. Nimm dir nun ein weiteres Blatt Papier und überlege dir, wie du die Bedürfnisse, die du an deinen Ort hast mit den vorhandenen Ressourcen erfüllen kannst. Du kannst dabei wie im Bild vorgehen:


Überlege dir auch, was du vielleicht noch brauchen könntest, um das Bedürfnis zu erfüllen. Fehlt dir noch Geld oder Unterstützung aus dem Freundeskreis? Mache dir Gedanken darüber, wie du die nötigen Ressourcen beschaffen kannst, oder erstelle eine Priorisierung und konzentriere dich auf das Projekt, das du am einfachsten und schnellsten umsetzen kannst.


Drittens: Die Planung

Was wirst du wie, wann und mit welchen Ressourcen umsetzen?


Jetzt da du weißt, wie deine Bedürfnisse mit deinen Fähigkeiten und Ressourcen in Verbindung stehen, kannst du in die Planung gehen. Hier kommen auch die klassischen Permakultur-Elemente wie Hochbeet, Hügelbeet oder Kräuterspirale und Methoden wie das Mulchen, die Fruchtfolge oder die Mischkultur zum Einsatz. Suche dir das Teilprojekt aus, das du am einfachsten und schnellsten umsetzen kannst und überlege dir, wie du konkret vorgehen möchtest.


Wenn du überlegst, in deine Selbstversorgung mit Permakultur einzusteigen, ist es sicherlich sinnvoll wenn du dir ein Buch zum Thema kaufst oder im Internet zum Thema Mulchen oder Fruchtfolge recherchierst. Oder du buchst einfach unseren Online-Kurs und hast gleich das ganze Wissen auf einen Schlag. Egal wie du dich entscheidest, der erste Schritt sollte immer sein, dir ausreichend Wissen in einem Bereich zu holen, damit in der Umsetzung nichts schief geht. Schreibe dir am besten auf, was du alles noch für dein Teilprojekt lernen musst, bevor es an die Umsetzung gehen kann und setze dir einen Zeitrahmen. Der Winter ist dafür perfekt geeignet, denn im Garten passiert jetzt nichts mehr.



Im nächsten Schritt kannst du einen konkreteren Plan in Bezug auf deine Fläche machen. Wenn wir das Beispiel mit der Selbstversorgung weiterdenken, zeichnest du am besten auf deiner Geländeskizze die Form und Fläche deiner Beete ein. Wenn du möchtest, kannst auch im Winter schon rausgehen und sie mit Faden und Pflöcken im Boden markieren und eventuell auch schon die Beetbegrenzungen vorbereiten, sofern der Boden noch nicht zu kalt ist. Wenn du dich für Fruchtfolge und Mischkultur entschieden hast, ist jetzt auch der Zeitpunkt dir zu überlegen, welches Saatgut du in welches Beet pflanzen möchtest. Mehr Informationen dazu findest du in Büchern oder unserem Permakultur Online Kurs.


Am besten besorgst du dir auch das nötige Saatgut dazu, zum Beispiel von unserem Kooperationspartner ReinSaat. Nun bleibt nur noch die endgültige Planung für die Umsetzung: Wann wirst du deine Beete anlegen? Und wann wirst du dein Gemüse vorziehen? Erstelle dir einen konkreten Plan für die Umsetzungsphase und lade Freunde und Bekannte ein, falls du Hilfe brauchst. So steht einer erfolgreichen Umsetzung nichts mehr im Wege!





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